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Research Detail

03.04.2019 / Erste Group Research

Globale Strategie Q2 2019


Handelskonflikte und länderspezifische Themen dämpfen den globalen Wachstumsausblick und erhöhen die Volatilität an den Finanzmärkten. Notenbanken haben ihre Zinserwartungen verschoben und sichere Veranlagungen profitieren zusätzlich vom Risiko eines harten Brexit. Aufhellende Konjunkturdaten sollten risikoreichere Veranlagungen stützen, wobei wir Aktien defensiver Sektoren sowie HY-Anleihen aus dem BB-Segment und IG-Hybridanleihen bevorzugen.

Konjunktur: Zuletzt wurden US-Konjunkturdaten durch den Regierungsstillstand und die Korrektur des Aktienmarktes im Q4 verzerrt. Wir rechnen aber weiterhin für 2019 mit einem soliden BIP-Wachstum von +2,3% und gehen nicht von einem Einbruch der US-Wirtschaft aus. Die historisch niedrige Arbeitslosenrate und das beschleunigte Lohnwachstum spiegeln sich zwar nicht in einer steigenden Inflationsrate wider, ein diesbezügliches Risiko besteht aber. In der Eurozone haben sich die Aussichten für 2019 weiter abgekühlt, wir prognostizieren ein BIP-Wachstum von +1,3%. Deutschland kämpft mit strukturellen Themen im Automobilsektor und Italien verzeichnet eine milde Rezession. Sollte es zu einem harten Brexit kommen, so würde das BIP-Wachstum der Eurozone 2019 unter 1% gedrückt werden. Aufgrund der flauen Konjunkturdynamik sowie einer geringen Erwartung hinsichtlich der Ölpreise erwarten wir einen leichten Rückgang der Gesamtinflation in der Eurozone auf +1,4% (2018: +1,7%).

Anleihen: Die US-Notenbank bleibt in einer abwartenden Position. Wir erwarten, dass sich die kommenden Wirtschaftsdaten bessern werden und prognostizieren daher drehende Zinserwartungen in den nächsten Monaten. Dieses Szenario lässt uns auch von einem Anstieg der US-Treasury Renditen ausgehen. Die EZB macht ihre geldpolitischen Entscheidungen von der künftigen Datenlage abhängig und hat den frühest möglichen Zeitpunkt einer Zinserhöhung auf 2020 verschoben. Die Konjunkturabkühlung und die Aussicht auf zusätzliche Liquidität (TLTRO3) sowie die Ungewissheit über den Brexit haben die Renditen deutscher Bundesanleihen auf breiter Front wieder in den negativen Bereich abtauchen lassen. Ein geordneter Austritt Großbritanniens aus der EU würde die Renditen steigen lassen, bei einem harten Brexit würde die Phase extrem niedriger Renditen länger andauern. Bei Unternehmensanleihen sollte das Spread-Einengungspotenzial sowohl im IG- als auch im HY- und IG- Hybrid-Segment weitgehend ausgereizt sein: Wir empfehlen vorwiegend das IG-Hybrid- sowie das BB-Segment.

Währungen: Wir gehen davon aus, dass EURUSD den Tiefpunkt im zweiten Quartal erreichen wird und bessere Konjunkturdaten zu einer langsamen Befestigung des Euro beitragen sollten. Gleichzeitig sollte der Schweizer Franken gegenüber dem Euro etwas abschwächen. Sollte ein harter Brexit unvermeidbar werden, würde dies den Dollar und den Schweizer Franken gegenüber dem Euro stärken und auch den Goldpreis unterstützen.

Aktien: Anhaltende Unsicherheit und nachlassende Gewinndynamik führen zu steigender Volatilität. Wir empfehlen daher, tendenziell zyklische Sektoren zu meiden und defensive Sektoren wie Gesundheit oder Basiskonsum deutlich stärker zu gewichten. Wir erwarten im Q2 einen moderaten Anstieg der globalen Indizes bei anhaltender Volatilität und eine Performance am unteren Ende einer Spanne von 0% bis +5%.

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Allgemeine Informationen

AutorErste Group Research
Datum03.04.2019
Sprachede
ProduktnameGlobale Strategie
Thema im FokusMakro und Zinsen, Unternehmensanleihen, Währungen
Volkswirtschaft im FokusDeutschland, Eurozone, Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Staaten
Währung im FokusEuro, Kroatische Kuna, Polnischer Zloty, Rumänischer Leu, Schweizer Franken, Serbischer Dinar, Tschechische Krone, Türkische Lira, Ungarischer Forint, US Dollar
Sektor im Fokus-
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